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Pfaffenhofener Modellprojekt mit Vorzeigecharakter: Grüne Welle in „Multisensitiver Echtzeitsteuerung“ spart Zeit und Sprit
 
Donnerstag, 2. September 2010 
 

Pfaffenhofener Modellprojekt mit Vorzeigecharakter:
Grüne Welle in „Multisensitiver Echtzeitsteuerung“ spart Zeit und Sprit


Den „Gelben Engel“ des ADAC hat sie zwar knapp verpasst, aber für den Verkehr in Pfaffenhofen bringt sie einen großen Vorteil: Die neue Ampelsteuerung entlang der B 13, die im vergangenen Jahr installiert wurde, ist nicht nur absolut neu und bisher einzigartig, sondern hat sich auch bereits als umweltfreundlich und besser als jede bisherige „Grüne Welle“ erwiesen.

In der Februarausgabe seines Clubmagazins „Motorwelt“ stellt der ADAC die drei Preisträger seines „Gelben Engels“ („der Oscar der Automobilbranche“) vor und er geht auch auf die Nächstplatzierten ein. Und da steht die neue Pfaffenhofener „Grüne Welle mit Multisensitiver Echtzeitsteuerung“ gleich auf Platz 4. Die Begründung: „Diese Innovation macht künftig die grüne Welle noch besser – ein Gewinn für Fahrer und Umwelt.“

Dass die neue Ampelsteuerung wirklich etwas bringt, hat die TU München jetzt auch im Rahmen einer Vorher-Nachher-Untersuchung aufgezeigt. Dabei wurden sehr deutliche Einsparungen von Warte- und Reisezeiten dokumentiert (siehe eigener Bericht). Und mit den Zeiten haben sich natürlich auch der Benzinverbrauch und die Emissionen reduziert. Ein Erfolg also auf der ganzen Linie und daher soll das System nun auch in anderen Städten eingesetzt werden.

Die Anregung für das Versuchsprojekt hatte der ehemalige Leiter des Straßenbauamts Ingolstadt, Dr. Thomas Linder, an Bürgermeister Hans Prechter herangetragen und der konnte den Stadtrat von dem Projekt überzeugen, so dass die Stadt eine Kostenbeteiligung von rund 80 000 Euro übernahm.

Das neue Ampelleitsystem wurde unter der Leitung des Staatlichen Bauamts Ingolstadt und mit Unterstützung der Stadt Pfaffenhofen im Rahmen eines von der BMW Group betreuten Teilprojekts des Forschungsvorhabens „Arrive“ in den Jahren 2006/2007 auf einer Strecke von knapp drei Kilometern entlang der B 13 installiert. Es umfasst die vier Ampelkreuzungen der Bundesstraße von Altenstadt über Weiherer und Moosburger Straße bis zum Bahnhof und arbeitet mit Videotechnik anstelle der sonst üblichen Induktionsschleifen. Die verkehrstechnische Planung lag in Händen des PVT Planungsbüros für Verkehrstechnik Essen GmbH und die Umsetzung der Videotechnik sowie die Entwicklung der erforderlichen Software erfolgten durch die Signalbau Huber GmbH.

Wie Johannes Ziegler, der zuständige Abteilungsleiter des Staatlichen Bauamts Ingolstadt, erläuterte, vereinigt die Grüne Welle in Multisensitiver Echtzeitsteuerung „die Flexibilität einer Einzelsteuerung mit den Vorteilen einer Koordinierung“. So ermöglicht das neue Steuerungssystem einen flüssigeren und homogeneren Verkehrsfluss gleichermaßen für alle Richtungen. Zudem, so Ziegler weiter, ist das neue System leistungsfähig und kostengünstig, da es ohne große Eingriffe in den Verkehrsraum nachträglich auf bestehenden Signalanlagen installiert und auch beliebig um weitere Ampeln erweitert werden kann.

Bürgermeister Hans Prechter zeigte sich hoch zufrieden mit der neuen Ampelsteuerung: „Durch die verkehrsangepasste individuelle Steuerung wird nicht nur der Verkehrsfluss beschleunigt, sondern es werden gleichzeitig auch die Standzeiten der Fahrzeuge verkürzt und die damit verbundene Umweltbelastung verringert.“

Einen hohen Stellenwert bei der Planung des Systems hatte nicht zuletzt auch die Verkehrssicherheit und so wurden für Fußgänger eigene Druckampeln installiert, die bei Bedarf immer schnellstmöglich „Grün“ bekommen.

Eine besondere Herausforderung für die Planer war das sehr unterschiedliche Verkehrsaufkommen an der B 13 in Pfaffenhofen. Die neue Steuerungsanlage sollte dem normalen Durchgangsverkehr ebenso gerecht werden wie dem starken Berufs- und Wochenendverkehr sowie auch den extremen Belastungen als Umleitungsstrecke bei Staus und Sperrungen auf der Autobahn. Für diese starke Verkehrsbelastung wurde die Multisensitive Echtzeitsteuerung noch mit einer automatischen und bedarfsgerechten Schaltung einer Grünen Welle über Pulkerkennung ergänzt. Die Steuerungsdaten zwischen den Ampelanlagen werden übrigens mittels W-LAN weitergeleitet.

Warte- und Reisezeiten deutlich verbessert!

Die TU München hat die Umsetzung der neuen Ampelsteuerung an der B 13 in Pfaffenhofen mit einer Vorher-Nachher-Studie begleitet und die Auswirkungen in einem Gutachten festgehalten. Dabei wurden die Wartezeiten und die Reisezeiten bei Normalbetrieb verglichen und auch die maximale Reisezeit bei Stau.

In jedem Fall ergaben sich überzeugende Verbesserungen. Das Staatliche Bauamt Ingolstadt als Projektleiter zieht denn auch eine sehr positive Bilanz: „Die Verkürzung der maximalen Reisezeiten zeigt eindrucksvoll die Verbesserung der Verkehrsqualität durch die multisensitive Echtzeitsteuerung.“ Und: „Das System wurde in Pfaffenhofen erfolgreich umgesetzt.“



Meldungsübernahme von Pafnet.de


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