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MUSS®-Steuerungssystem erstmalig in Nordrhein–Westfalen                         mit großem Erfolg eingesetzt
 
Freitag, 24. Juni 2011 
 
Die Beschwerden über die Verkehrssituation auf der L26 im Bereich der Anschlussstelle AS23 Willich-Münchheide der A44 nahmen in den letzten Jahren stetig zu. Staus von über 2km Länge beiderseits der Anschlussstelle kennzeichneten die morgendliche Situation in diesem Bereich. Ein geplanter vierspuriger Ausbau der L26 und der Neubau der A44–Autobahnbrücke konnte aus finanziellen Gründen leider bisher noch nicht erfolgen.

http://www.pvtgmbh.de/2008/main/asp_news/Files/DataFile.asp?FileID=240
(c) GeoPortal Stadt Willich 2011

Die PVT Essen GmbH wurde deshalb vom zuständigen Landesbetrieb Straßenbau mit der Erarbeitung einer verkehrstechnischen Stellungnahme zur Verkehrsabwicklung auf der L26 im Bereich der Autobahnanschlussstelen Willich-Münchheide beauftragt. Ferner sollten Lösungsvorschläge zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit der im Untersuchungsbereich installierten Lichtsignalanlagen untersucht und unterbreitet werden.

Die 4 durch Lichtsignalanlagen geregelten Knotenpunkte :

1. Kempener Straße (L361 - L26) / (Aachener Straße) – L361 (Hauptstraße) (Plan 1)
2. L26 (Kempener Straße) / BAB A44 – AS West – Kempener Straße 1 (Plan 2)
3. L26 (Kempener Straße) / BAB AS Ost – Hanns-Martin-Schleyer-Straße und (Plan 3)
4. L26 (Kempener Straße) / Anrather Straße – Hans-Böckler-Straße (Plan 4)

waren nicht mehr optimal eingestellt.

Ein wesentlicher Grund für den schlechten Verkehrsablauf war die stark gestiegene Verkehrsbelastung an den Knotenpunkten. Die älteste Anlage wurde im April 1997 in Betrieb genommen. Seit dieser Zeit hatten  sich die Verkehrsbelastungen aber aus unterschiedlichen Gründen zum Teil grundlegend geändert.

In einem Gutachten wurde daher auf Basis der letztmaligen Verkehrszahlen vom Juni 2007 untersucht, inwieweit es möglich ist ohne bauliche Veränderungen im Straßenquerschnitt die Leistungsfähigkeit der einzelnen zu erhöhen und zum anderen den Verkehrsfluss zwischen den einzelnen Anlagen zu verbessern.

Ergebnis des Gutachtens :
  • Die installierten Freigabezeiten an den vier Knotenpunkten waren bei weitem nicht optimal.
  • Die geschalteten Koordinierungsbedingungen verursachten in den geschalteten Grünen Wellen, dass kein homogener Verkehrsfluss möglich ist.
  • Die Koordinierung erfolgte zeitabhängig und nicht verkehrsabhängig.
  • Durch geringe Umbauten an den Lichtsignalanlagen lässt sich die Leistungsfähigkeit der Anlagen verbessern.
  • Durch eine Erhöhung der Programmanzahl mit unterschiedlichen Umlaufzeiten kann ein jeweils auf die spezielle Verkehrssituation abgestimmtes optimales Programm geschaltet werden und
  • diese neuen Programme können so in „Grüne Wellen“ eingebaut werden, dass der Verkehrsfluss nahezu keine Behinderungen mehr aufweist.
Ein Problem bei dieser Überarbeitung ist aber die Vielzahl der benötigten koordinierten Programme, da bei jedem gewünschten Programmwechsel unnötige Leistungsfähigkeitsverluste bei der Koordinierung der Anlagen  - insbesondere in den Nebenrichtungen (Autobahnabfahrten und Anrather Straße) entstehen, weil von einem Programm in das nächste Programm nur in einem definierten Umschaltpunkt, der in der Hauptrichtungsphase liegt, geschaltet werden kann. Danach muss auf die „neue Zeitebene“ gewartet werden, bevor die Anlage koordiniert „weiterlaufen“ kann. Durch diese Art der Programmumschaltung entstehen im Programmumschaltzeitpunkt zum Teil sehr lange Wartezeiten, was in diesem Falle zu Lasten der Autobahnabfahrten und der Anrather Straße (Nebenrichtungen) gehen würde. Deshalb konnte diese Lösung mit den vielen an die unterschiedlichen Verkehrssituationen angepassten koordinierten Programme nicht zufrieden stellen.

Ein anders Problem sind die ständig wechselnden Hauptverkehrsachsen im Untersuchungsgebiet. So ist in der Morgenspitze ein sehr großer Pulk aus Anrath zu bewältigen. Diese Fahrzeuge erreichen den Knotenpunkt Kempener Straße (L361 – L26) / L461 (Aachener Straße) – L361 (Hauptstraße) über die Kempener Straße (L361) und müssen dann auf die beiden Anschlussstellen AS 23 Münchheide Ost bzw.  – West und weiter bis zur Anrather Straße geführt werden.

Wenn aber die BAB A44 von Krefeld in Richtung Mönchengladbach gesperrt ist, verlassen viele Autofahrer bereits an der AS 25 Krefeld-Fichtenhain die A44 und erreichen dann den Knotenpunkt Kempener Straße (L361 –L26) / L461 (Aachener Straße) – L361 (Hauptstraße) über die westlich der A44 verlaufene L461 (Aachener Straße). Die hier installierte Lichtsignalanlage muss dann entscheiden können, ob diese Fahrzeuge wieder an der Anschlussstelle West in Richtung Mönchengladbach auffahren wollen, weil es z.B. einen Unfall oder eine Störung zwischen den beiden Anschlussstellen gab, oder ob die Fahrzeuge weiter geradeaus in die L361 (Hauptstraße) Richtung Neersen weiterfahren müssen.

http://www.pvtgmbh.de/2008/main/asp_news/Files/DataFile.asp?FileID=241
(c) Google Maps Willich 2011

Trotz der dann deutlich höheren Belastung der Aachener Straße bei diesem „Umleitungsverkehr“ darf der Verkehr auf der Kempener Straße (L361) aus Richtung Anrath nicht zu stark beeinträchtigt werden, weil es sonst zu einem Rückstau im Bereich der Autobahnanschlussstellen kommen würde.

Ein herkömmliches „starres“ Grüne-Wellen-System mit unterschiedlichen Umlaufzeiten kann solche unvorhersehbare Störungen im Verkehrsfluss nicht erfassen und dementsprechend auch nicht darauf reagieren.

Um die Leistungsfähigkeit der einzelnen Knotenpunkte zu erhöhen und den Verkehrsfluss zwischen den einzelnen Anlagen zu verbessern, wurde daher das vom ADAC (Gelber Engel 2008) prämierte Steuerungssystem MUSS® zur automatischen Optimierung der „Grünen Wellen“ erstmalig in NRW eingesetzt, nachdem dieses Verfahren in Bayern schon vielfach zum Einsatz kam (Pfaffenhofen, Dachau).

Das Prinzip der MUSS® Steuerung mit Hilfe der dynamisierten „Grünen Wellen“ funktioniert wie folgt : Jede der an das System angeschlossenen Lichtsignalanlagen erfasst über die bestehenden Induktionsschleifen den einfließenden Verkehr und die eventuelle Pulkbildung in einer Zufahrt. Zusätzlich werden die auf der L26 an einem Knotenpunkt ausfahrenden Fahrzeuge über insgesamt 10 Videokameras erfasst sowie die Fahrzeuge auf der Anrather Straße über zusätzliche Induktionsschleifen. All diese Informationen werden dann an alle angeschlossenen Lichtsignalanlagen sofort mittels sicherem WLAN übermittelt, um schon frühzeitig die beste Koordinierungsstrecke aufbauen zu können.

http://www.pvtgmbh.de/2008/main/asp_news/Files/DataFile.asp?FileID=239

Da es ganztägig nur ein Programm gibt, dass sich selbständig an die einzelnen Umlaufzeiten anpassen kann, entfallen die oben geschilderten Wartezeitprobleme bei der Programmumschaltung. Die ermittelten Verkehrsinformationen bzw. Verkehrsdaten werden über potentialfreie Kontakte weitergegeben. Somit ist es unerheblich, ob Steuergeräte unterschiedlicher Steuergerätehersteller die Verkehrsinformationen erhält, sodass diese Fehlerquelle wirkungsvoll ausgeschlossen wird. Koordinierungsbedingungen können immer verlustfrei eingehalten werden, sodass der eintreffende Pulk möglichst ohne Aufenthalt die nächste Lichtsignalanlage im System queren kann.

Zunächst wurden die vier maßgebenden Lichtsignalanlagen in das MUSS®-System integriert. Seit Februar 2011 läuft das System weitestgehend störungsfrei. Zukünftig würde sich anbieten, dieses System bis zur LSA Krefelder Straße auszudehnen, wenn nach Anbindung des Baumarktes mit hoher Wahrscheinlichkeit eine weitere Lichtsignalanlage auf der L26 errichtet wird.

Weitere Einzelheiten zum MUSS®-System können Sie bei Herrn Peter Nolden unter Tel. 0201-31 91 420 erfragen.

Viersen: Staus an der A44-Auffahrt Münchheide: Ausbau geplant  (RP ONLINE, 29.06.2008)


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