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pvt planungsphilosophie
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Ausgangslage der innovativen Multisensitiven Echtzeitsteuerung MUSS ®
 
Im Rahmen des Forschungsprojektes ARRIVE auf Initiative der BMW Group wurde von PVT Planungsbüro für Verkehrstechnik Essen GmbH und Signalbau Huber GmbH unter der administrativen Schirmherrschaft des Staatlichen Bauamtes Ingolstadt eine Lösung gesucht wie Behinderungen im Straßenverkehrsablauf durch individuelles Erkennen der vielfältigen momentanen Anforderungen rund um einen Verkehrsknoten gebannt werden können. Das Ergebnis sollte richtungweisend auf dem Gebiet der Verkehrssicherheit und der Verkehrsmobilität sein und eine kostengünstige Lösung insbesondere für kleine und mittlere Städte aufzeigen.
Neben der Verbesserung des Verkehrsdurchsatzes sollte zudem auch die Politik davon überzeugt werden, dass mit diesem neuen Konzept ein System zu realisieren ist, das mit geringem finanziellem Aufwand einen maximalen Nutzen für alle Betroffenen bringt.
 
 
Übersicht Ortsdurchfahrt Pfaffenhofen / Ilm
 
Für die Umsetzung des neuen Systems am besten geeignet erschien die Stadt Pfaffenhofen an der Ilm (Bayern).
 
Die Kreisstadt mit etwa 23.000 Einwohnern liegt ca. 50 km nördlich von München und wird in Nord-Süd-Richtung von der Bundesstraße B13 durchlaufen. Im nördlichen Stadtgebiet von Pfaffenhofen ergaben sich aufgrund von hohen Verkehrsbelastungen vor allem am Wochenende (Vielzahl von Einkaufsmärkten) große Behinderungen im Verkehrsfluss. Zudem traten bei starken Stauungen und Sperrungen auf der parallel zur B13 verlaufenden Autobahn A9 (Mün-chen-Berlin) zusätzliche Verkehrsbelastungen auf, welche sowohl in ihrer Richtung als auch in ihrer Intensität völlig unvorhersehbar waren. Auf der B13, die eine ausgewiesene Umleitung zur A9 darstellt und daher häufig als Alternativstrecke genutzt wird, ergeben sich daher immer wieder neue Verkehrsströme, die zu unterschiedlichen Hauptrichtungen des Verkehrs führen. Eine Homogenität des Verkehrsflusses ist durch die sich immer neu bildenden Fahrzeugpulks nicht gewähr-leistet.
 
Strategisches Konzept
 
Der betroffene Bereich der B13 liegt im Stadtbereich von Pfaffenhofen und erstreckt sich über eine Länge von ca. 2,9 km. Im Streckenverlauf befinden sich vier Lichtsignalanlagen, die früher in teilverkehrsabhängiger Einzelsteuerung betrieben wurden.
 
Aufgrund der vorab genannten unregelmäßigen Voraussetzungen stieß jedoch bei der Koordinierung der Knotenpunkte das System der herkömmlich starr programmierten Grünen Welle an seine Grenzen. Eine Koordinierung der vier Lichtsignalanlagen auf der B13 in Pfaffenhofen brachte nach dem derzeitigen Stand der Technik kein zufriedenstellendes Ergebnis, da beispielsweise durch die unterschiedlich starke Belastung der Nebenrichtungen und der damit verbundenen Unflexibilität der herkömmlichen koordinierten Steuerungen keine hohe Qualität der Grünen Welle zu erreichen war.
 
Durch die erfolgreiche Zusammenarbeit der PVT Planungsbüro für Verkehrstechnik Essen GmbH, der Signalbau Huber GmbH und der RBS - Netkom / Rapp wurde darauf hin ein völlig neues Planungssystem, die "MUSS - Multisensitive Echtzeitsteuerung" für die Lichtsignalanlagen umgesetzt.
 
Alle vier Signalanlagen laufen bei schwacher und mittlerer Belastung in Grundstellung als "MUSS -Multisensitive Echtzeitsteuerung". Bisher konnten Lichtsignalanlagen nur "fühlen" wie der Verkehr am Knotenpunkt ist, sei es über die Anforderungstaster für Fußgänger oder die Induktionsschleifen. Wichtigstes neues Planungskriterium daher ist für die MUSS - Multisensitive Echtzeitsteuerung die lückenlose Erfassung des Verkehrs mittels Videodetektion. Dadurch ist die Lichtsignalanlage in die Lage versetzt worden den Verkehr zu "sehen". Dies wird dadurch erreicht, indem je nach Gegebenheit so viele Videoerfassungspunkte in einer Fahrspur bis etwa 50 m vor der Haltlinie verlegt werden, damit ein lückenloses Erfassen und eine Qualifizierung des Verkehrs möglich werden kann.
 
Kamerabilder
 

Installation an der Licht-
signalanlage
Es kann daher in Echtzeit auf die tatsächliche Verkehrssituation reagiert werden. Ist kein Fahrzeug mehr im Erfassungsbereich, kann die Verlängerung einer Richtung abgebrochen werden. Es müssen nicht nach irgendwelchen Kriterien festgelegte Zeitlücken abgefragt werden. Außerdem ist es jederzeit möglich auf Sonderfahrzeuge zu reagieren, die besonders langsam den Bereich vor der Haltlinie passieren. So kann es in einer Steigungsstrecke sinnvoller sein, einem schweren LKW noch längere Freigabezeit anzuzeigen, damit er

Installation an der Zwischenstation
die Haltlinie noch bei Grün überfahren kann. Kommt er zum Stillstand, kann dies auf Grund der langsamen Beschleunigung zu Behinderungen des nachfolgenden Verkehrs führen.
Durch die Visualisierung kann neben dem Entscheidungskriterium Verkehrsquantität auch die Verkehrsqualität erfasst werden, um die Reduzierung der Wartezeit aller Verkehrsteilnehmer zu erreichen. Durch zusätzliche Umweltsensoren (derzeit in Pfaffenhofen noch nicht in Betrieb) kann auch z.B. die Feinstaubkonzentration gemessen werden. Das bereits in den Lichtsignalanlagen integrierte Steuerungssystem könnte dann entsprechende Verlängerungen der am stärksten belasteten Richtungen vornehmen, um damit eine Reduzierung des Feinstaubs durch Abrieb (Brems- und Anfahrvorgänge) zu erreichen.
 
 
 
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